Der Winterstrom

4 Feb

Gerade in diesem milden Winter, der in den Flachlandregionen rund um NRW und den Niederlanden bisher kaum unter die Frostgrenze hinunter geht, ist festzustellen, dass die Pegel der Flüsse stark gestiegen sind. Durch die warmen Temperaturen, mit teils kräftigen Stürmen aus westlicher Richtung wurde eine Flut an Regenwasser und Schneeschmelze in unsere Flusssysteme eingebracht.

    Uns Anglern, ob Ufer oder Bootsangler, kommt diese Situation entgegen. Gerade bei den kühleren Wassertemperaturen von sechs bis zehn Grad, hat es die Fischwelt schwer sich der andauernden Strömung zu stellen. Der Stoffwechsel der Räuber ist runter gefahren und sie sind gezwungen sich auch Ruhezonen mit geringer Strömung aufzusuchen. Genau hier liegen die Vorteile des Anglers seinen Traumfisch zu erbeuten. Zum einen sind die Ruheplätze im Fluss begrenzt und dicht an der Uferlinie. Die Flüsse sind sehr trübe und  bieten dem Zander sogar die Chance sehr flach in der ruhigen Uferregion zu liegen und das natürlich auch tagsüber.

Leider, aus Tierschutzaspekten gesehen, mussten wir auch beim letzten Fischen feststellen, dass nicht alle Angler solche Chancen nutzen und die auch tief stehenden Zander in Ruhe lassen. Wir Monkeys waren auf einem Abschnitt der Maas unterwegs an den ein Hafen angrenzt. Da wir den Hafen gut kennen konnten wir auf Anhieb zu unserer Enttäuschung erkennen, dass es andere  Bootsangler doch leider in Zonen jenseits der 15 Meter verschlagen hatte. Wir fischten hier in der Einfahrt des Hafens und es dauerte auch keine fünf Minuten bis der erste Zetti von 60cm den Gummi knallhart inhalierte. Weitere vier Zander folgten ziemlich zügig und da die Einfahrt sehr einsichtig ist, folgten auch noch drei Boote aus der Mitte des Hafens. Regelmäßig sieht man Fotos von fetten Fängen namhafter Kollegen aus der Szene auf denen zu sehen ist, dass der Räuber im, oder nah am Strom erbeutet wurde. Ich kenne das Adrenalin und freue mich für all die, die schon mal einen kampfstarken und schnurnehmenden Ü80 Zander nah vor oder unter den Füßen gehakt haben.

    Nun aber mehr dazu wie wir im hochwasserführenden Fluss vorgehen, um die Stacheligen auf die Schuppen zu legen. Eigentlich ist es recht simpel im Winter gute Stellen bei hohen Wasserständen und starker Strömung zu finden. Wir fischen vertikal in Tiefen zwischen zwei und sechs Metern. Geworfen bieten wir unsere Köder zeitweise auch in nur 50 cm tiefem Wasser an.

Gerade in dieser Jahreszeit und bei den Pegeln wechseln wir schnell die Spots. Beißt die ersten 20 Minuten nichts wird die nächste Buhne, Einfahrt oder die Innenkurve mit einer schönen Strömungskannte angefahren. Eigentlich sind alle Bereiche heiß die man auch sichtlich über Wasser erkennen kann. Dort bilden sich oft Kehrströmungen und Strömungskannten. Genau in diesen Grenzbereichen zur harten Hauptströmung knallt es oft ziemlich gut. Die Aktion der Gummis variiert bei uns von starker bis hin zu minimaler Aktion, was sich aber schon recht früh am Tag herauskristallisiert. Jedoch vorhersehen lässt sich dies nur ganz selten. Da Hochwasser meistens Trübung mit sich bringt, kommen überwiegend auffallende und fluoreszierende Farben auf den Haken. Aber auch gegenteiliges wie  ein Köfi am Dropshot ist nicht zu vergessen. Manchmal ist genau das das Richtige, um die ruhenden Zander zu verführen.

Zusammengefasst gibt es doch nichts schöneres, als in zwei Metern Tiefe einen Einschlag auf die Rute zu bekommen, sodass es fast die Angel aus der Hand reißt. Also schnell an den Strom und einfach mal darüber nachdenken das man den Fischen ab einer bestimmten Tiefe doch nur das Leben nimmt.

Petri Heil und fette Hochwasserräuber