Volkerak III 3.3 – 8.3 2017

2 Apr

Freitag 3.3.2017

Nach endlosen Wochen der Vorfreude, war der Tag endlich da. Der Wecker brauchte keine große Überredungskunst uns mitten in der Nacht aus dem Bett zu werfen. Um 4.30 Uhr war Treffen bei  Markus, und um 5 Uhr setzte sich der Convoy mit erstmals 3 Booten in Gang Richtung De Heen. Gegen 8 Uhr die Boote geslipt und dann nix wie raus aufs Wasser. Nach den guten Fängen im letzten Jahr, war die Erwartungshaltung groß. Wir fuhren schnurstracks zu einem der letztjährigen Hot Spots, aber böiger Wind bis 4bft machte das Unterfangen unmöglich dort konzentriert den Gummi zu präsentieren. Zudem zeigte das Echolot wenig bis garkeine Fischaktivität. Also machten wir kehrt  und suchten uns ein geschütztes Plätzchen. Hier wurden wir in 13-14 Meter Tiefe fündig und konnten die ersten Fische überzeugen, sich den Gummi zu nehmen. Um 15 Uhr fuhren wir dann zur Unterkunft  Zuiderhoeve Watervilla, räumten die Autos und Boote leer und erfreuten uns an holländischer Fritteusenkochkunst.

Am Abend erwartete uns noch ein Überraschungsgast, der extra für das Aufnahmeritual unseres neuen Mitglieds Christoph angereist war….. nach einem langen Tag und einigen Kaltgetränken hieß es Kräfte sammeln für den nächsten Tag.

Samstag 04.03.2017

Nach einem gemütlichen reichhaltigen Frühstück gings um 7 Uhr raus aufs Wasser. Der Wind hatte über Nacht nachgelassen und so konnten wir bei 2/3 bft loslegen….. so gut die Bedingungen auch waren, den Zettis schien das nicht zu gefallen. Stunde um Stunde vergingen, nichts tat sich.

Gegen Mittag dann endlich Fisch!! Und was für einer. Unser Überraschungsgast Rene lieferte sich einen Kampf mit einer Metermutti. Es folgten ein paar zaghafte Bisse die allesamt nicht verwandelt wurden oder sich wieder befreien konnten….

Wir hatten so ziemlich alles durch was die Köderkisten hergaben, bis es schließlich wiederum Rene war, der die nächste Metermutti am Band hatte!!! Man sollte erwähnen das er eigentlich mit Angeln nichts am Kopp hat, unfassbar der Kerl.

Gegen Nachmittag frischte der Wind wieder auf und wir suchten Schutz in einem Kanal. Hier war richtig trübes Wasser und in 3mtr Tiefe jagten auch die Zettis….. Mit einigen schönen Fischen konnten wir das Angeln perfekt ausklingen lassen. Am Abend gab es dann noch leckere Bierteig Kibbelinge und Looping Loui…. Mit einer Menge Gelächter, Hopfenkaltschalen und ein wenig turnerischer Aktivität.

Sonntag 05.03.2017

Die Nacht war kurz und für einen von uns sehr schmerzhaft. Es gab einiges zu berichten beim Katerfrühstück. Mit Ernüchterung (achtung Wortspiel) stellten wir fest, dass die Wetterapp über Nacht mal wieder alle gute Hoffnung zunichte gemacht hatte….

Wir ließen uns nicht entmutigen und versuchten es dennoch.

Es war sonnig und windig und am Spot angekommen, trauten wir erst dem Echolot nicht….. Fisch auf Fisch am Grund. Die Köder gingen auf 13mtr Tiefe und die Zander waren in Beißlaune. Endlich!!

Nur leider kam nach einer Stunde böiger Wind aus der denkbar schlechtesten Richtung auf. Die Steuermänner hatten alle Hände voll zu tun, das Boot auf Kurs zu halten. Teilweise mit Stufe 10 folgte der E-Motor nicht mehr den Anweisungen. Nach 2 Stunden und einer sich nähernden Regenfront fuhren wir zur Unterkunft zurück. Die Persennings waren noch keine 15 Minuten auf den Booten, da öffneten sich die Schleusen von oben. 3 Stunden Dauerregen… Wir beratschlagten uns noch, ob man es nachmittags nochmal versuchen sollte. Wir beließen es aber dabei, brachten die Deadbaitruten zwischen den Stegen in Stellung, machten den Grill an und stippten uns Köfis.

Dann ging dann mal früh in die Federn um am nächsten Tag bei Sonnenaufgang am Spot zu sein.

Montag 06.03.2017

Um 4.30 Uhr wecken, kurz und knackig gefrühstückt, Wetterprognose kontrolliert… diesmal sah es gut aus.

Schnell die Boote startklar gemacht und los. Und wieder zeigte das Echolot Fisch auf Fisch. Einige fanden den Weg nach oben, allerdings nicht mehr so beißfreudig wie Tags zuvor. Wir einigten uns darauf, unser Glück auf dem Hollands Diep zu finden. Als sich die Schleusentore öffneten, wars wie in einer anderen Welt.

Wie auf Kommando kam die Sonne heraus und der Wind flachte so stark ab, dass wir einen „Entenweiher“ vorfanden. Das Wasser war viel trüber als am Volkerak und 1,5 Grad wärmer.

Los gings auf die uns bekannten Stellen und keine 5 Minuten später kamen aggressive heftige Einschläge auf 7-8mtr. Orangetöne mit mittlerem Teller liefen am besten. Leider war’s nach einer Stunde wieder vorbei mit Windstille und Sonne. Daraus folglich wieder Platzwechsel und Suchen. Es folgten noch einige Zander, aber irgendwie war mittlerweile wegen zunehmendem Wind, kein kontrolliertes Angeln mehr möglich. Zurück in der Schleuse einigten wir uns auf eine andere Taktik… Ab in den einigermaßen windgeschützten Kanal und werfen. Das klappte auch recht gut und Hecht, Barsch und Zander sahen das Wasser von oben. Teilweise in 1mtr Tiefe packten die Zettis die am 8gr Kopf angebotenen Shads. Uns stellte sich die Frage, ob wir die ganze Zeit zu tief gefischt hatten…. 6 Grad Wassertemperatur und morgens lag ja genug Fisch jenseits der 10mtr Marke. Wir ließen den bisher fischreichsten Tag beim Grillen und Fachsimpeln ausklingen und wollten unsere Erkenntnisse am nächsten Tag umsetzen.

Dienstag 07.03.2017

Wieder sehr  früh klingelte der Wecker, die Tour hinterließ langsam Spuren. Das änderte aber nichts an unserer Motivation, am letzten Tag nochmal alles zu versuchen. Nach Käffken und Brötchen gings auf den Spot der letzten Tage. Standen hier die letzten beiden Tage noch reichlich Räuber, so war an diesem Morgen gähnende Leere auf den Displays der Lote. Wir versuchten es eine knappe Stunde vertikal, aber es passierte nichts. Spotwechsel: 2 Boote versuchten ihr Glück beim Werfen an einer 8mtr Kante, und 1 Boot weiter vertikal. Werfen sollte an diesem Tag die bessere Option sein, einige kleine Hechte und sehr schöne Barsche fanden den Weg aus dem Nass. Vertikal gingen noch 2 Zander ans Band und ein Riese ging Markus noch vom Haken, nach hartem einminütigem Kampf. So neigte sich auch der letzte Tag langsam dem Ende entgegen. Wir hatten uns die Option vorbehalten, evtl noch den Mittwoch mitzunehmen. Aber alle Wetterapps waren sich einig, dass es Dauerregen mit 4 bft geben sollte. Wir zogen die Boote aus dem Wasser, packten den größten Teil und reinigten unser Feriendomizil. Auch heimatnah sah es wettertechnisch nicht besser aus, so dass wir ohne Zwischenstop die Heimreise antraten.

Unser Fazit:

nichts überraschendes, ein tolles Gewässer, in dem man immer mit dem absoluten Ausnahmefisch rechnen muss. Natürlich sehr windanfällig. Die Tagestemperaturen lagen zwischen 8 und 12 Grad und waren in den Wochen zuvor ähnlich. Wenn man die Räuber lokalisiert hat, sind gute Stückzahlen möglich. Wir haben Fische vertikal in bis zu 14 Meter tiefem, und werfend in bis zu einem Meter flachem Wasser gefangen. Wir waren sicher nicht das letzte mal dort.

Raubfischgrüße